Welcome to Hamilton!



020 - Campus Plan
Der Campus als Karte und als Liste... durch die Verkleinerung bissel schlecht lesbar...
021 - Campus Plan

024 - Mary Keyes Residence
Die Mary Keyes Residence, mein neues Zuhause für fünf Tage
Nach einer halben Ewigkeit kommen wir am Campus von McMaster an. Es ist ein sonniger Tag und als ich aus dem Taxi aussteige, merke ich erst, wie warm es ist. Auf dem Parkplatz lässt er mich dann alleine. Ob ich klarkomme mit den Koffern? Jo, geht schon. Tja, da fährt er nun und ich stehe da in meiner Heimat. Mutterseelenallein zwar, aber mit 'nem Visum in der Tasche und allem Gepäck bei mir. Ich rolle Richtung Eingang. Selbigen finde ich verschlossen. An der Tür ein Schild - "Due to the power outages, all buildings on the campus are closed. If you need accomodation please go to Mary Keyes Residence" [Wegen der Stromausfälle ist der gesamte Campus geschlossen. Wenn sie Unterbringung benötigen, fragen sie bitte in der Mary Keyes Residence nach]. *schluck* ob die wohl was für mich haben? Na mal sehen...
Praktischerweise hängt neben dem Schild ein Campusplan. Oh mein Gott. Na das nenne ich mal nen Campus. Die nebenstehende Liste der Gebäude ist übrigens keineswegs vollständig. Zu den 50 dort verzeichneten Gebäuden sind inzwischen viele hinzugekommen. Es dürften über 60 sein. Nur wo ist jetzt die Mary Keyes Residence? Ah, ich finde sie. Am anderen Ende des Campus. Am ganz anderen Ende. Und meine Güte ist der Campus riesig. Nunja, ich habe ja keine Wahl. Also mache ich mich mit meinen zwei schweren Koffern in sengender Hitze auf die Suche nach Mary Keyes. Zu meinem Glück treffe ich jemanden, der seinem Sohn grade die Gebäude zeigt. Genaugenommen macht er mit ihm einen Quiz: An jeder Ecke fragt er ihn, welches Gebäude hier wie heißt. Und hier gibt's nicht etwa ein Physikgebäude und ein Biogebäude und 'ne Bibliothek, nein, hier heißt das dann gleich mal John Hodgins Engineering Building oder Mills Memorial Library oder A.N. Bourns Science Building. Aber Mary Keyes ist leicht zu finden, direkt neben dem Nuclear Reactor ^^ tja, was sone große Uni net alles hat, ne? Die Tür finde ich verschlossen, sie öffnet sich nur mit einer Keycard. Aber hinter der Tür sehe ich einen Tresen. Ich mache mich bemerkbar, man öffnet mir. Langsam und deutlich erkläre ich mein Problem. Eine sehr nette ältere Dame nimmt sich meiner an. Und dann, die erlösenden Worte: Ja, sie hat noch Zimmer frei. Ich könnte für ein paar Tage eins haben, kein Problem. Sie entschuldigt sich noch tausendmal, dass wegen der Stromausfälle der PC noch nicht wieder läuft und deshalb etwas Chaos herrscht. Sie muss das Zimmer erst zurechtmachen, ich nehme so lange in der Wartehalle Platz.
Der wahrlich nicht kleine Raum ist eiskalt klimatisiert. War ja klar... Ich nutze die Zeit, das ausliegende Informationsmaterial zu studieren. Broschüren zu Hamilton und zum lokalen public transportation service dem HSR. Dort ist genau erklärt, wie man mit dem Bus down- und uptown kommt, praktisch. Die Damen hinter dem Tresen beschließen sich Pizza zu bestellen. Ob ich auch eine will, fragen sie mich? Ich sehe wohl hungrig aus. Und ja, das bin ich auch. Aber zunächst gibt man mir meinen Zimmerschlüssel. Er ist in einer Art Schlüsseltasche, die gleichzeitig einen Chip enthält um die Türen zu öffnen. Einfach davor halten und den Biep abwarten und schon lässt die Tür sich öffnen. Wunder der Technik. Wow. Biep... biiiep... biiiep, cool. Das Zimmer stellt sich als recht komfortabel heraus. Nicht ganz billig, aber für 5 Tage geht das schon mal. Dafür komfortabel. Es handelt sich um einen 'room' in einem '4-room-apartment'. Das heißt, dass sich vier Leute eine Küche und je zwei Leute ein Bad teilen. Wenn man reinkommt, steht man in der Küche, links und rechts dann je ein Gang mit zwei Zimmern. In meinem Zimmer: ein Tisch, ein Bett, ein Stuhl, ein großer 'closet' (ein begehbarer, verschließbarer Schrank), dazu Netzwerkanschluss und Telefon. Kompliziert abrechnen müssen wir das Telefon nicht, denn ich kann von dort aus sowieso nur Ortsgespräche führen und die sind hier, man höre und staune, grundsätzlich kostenlos! Dieser Umstand sollte sich bei der Wohnungssuche noch als sehr nützlich herausstellen...
022 - room
Mein Zimmer in Mary Keyes

023 - kitchen
Und meine Küche

025 - Nuclear Reactor
Und das Nachbargebäude, der Nuclear Reactor *g*



Es ist 17:30 Ortstzeit (also für mich 23:30), als ich meine Pizza zu einer eiskalten Pepsi genieße. Sie wollen nicht mal was dafür haben... das ist Service, wow. Eigentlich bin ich nur noch müde und will ins Bett. Aber man kann ja nich um halb sechs Uhr abends ins Bett gehen, also zwinge ich mich noch zu einer ersten kleinen Besichtigung der Umgebung. Gegen sechs starte ich mit einer Campustour. Beeindruckend, ich muss schon sagen. Ist das Teil riesig. Ich suche die wichtigsten Anhaltspunkte: die Bushaltestelle, das 'Student Centre' (in dem ich das Off Campus Housing Office sowie diverse Nahrungsquellen finde, naja zum Sonntag ist hier alles geschlossen, aber immerhin), die nächsten Einkaufsmöglichkeiten (der Campus grenzt direkt an die "Main Street", die sich durch ganz Hamilton zieht und an der man so einige Läden findet) und, natürlich, den See. Ich hatte gehört, der Campus liegt am See also suche ich ihn. Auf dem Weg da hin komme ich an den Sporteinrichtungen vorbei: Baseballplatz, Tenniscourts, Hockeyplatz, Basketballplatz und weitere undefinierbare Arenen. Und hier sehe ich auch zum ersten Mal Leben auf dem sonst so ausgestorbenen Campus. Einige Tennisspieler versuchen ihr Glück.
026 - Campustour
Einer 'ne Idee, was das für Viecher sind? *g*

027 - Campustour


028 - Campustour

Direkt hinter diesem Areal beginnt ein Waldstück, was bis hinunter zum Teich führt. Ich bin überrascht und hocherfreut, wie naturbelassen doch hier alles ist. Ein schmaler kleiner Pfad führt durch das Waldstück hindurch. Nein, das ist nicht der Lake Ontario, das ist ein kleinerer Teich, eine Art Naturreservat. Man bittet auf mehrereren Schildern eindringlich, doch den Pfad nicht zu verlassen. Jede Menge Tiere sehe ich hier, dazu die Sonne die grade untergeht. Leider hat man keinen richtig vollständigen Blick auf den Teich da er durch viele Bäume verdeckt wird. Aber das eine oder andere Stück See kann ich erblicken. Eigentlich bin ich ziemlich zufrieden mit dem, was ich heute geschafft habe. Nur eine Sache will ich noch rausfinden: Wie ich hier nach Deutshland telefonieren kann. Dafür brauche ich eine long distance calling card, erklärt man mir. Und das geht so: Ich kaufe ein Stück Pappe. Auf diesem steht eine Telefonnummer drauf, die ich anrufen kann (kostenlos weil Ortsgespräch). Dort werde ich dann nach einer PIN gefragt, die auf dem Pappstück auch draufsteht. Nach Eingabe jener kann ich das Geld, was ich für die Pappe bezahlt habe, abtelefonieren. Gefällt mir. An einer nahe gelegenen Tankstelle kaufe ich eine 10 CAD teure Pappe. Als ich zurück bin, ist es 21:00 Ortszeit. Für mich als 3:00. Hmm, fast 24 h auf. Es mag zwar früh sein, aber ich falle trotzdem ins Bett, nach einem sehr langen, sehr aufregenden und doch auch sehr erfolgreichen Tag an den ich mich wohl mein Leben lang erinnern werde.


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