Die Liste der Wohnungen bei macocho. Der
zweite Eintrag von oben, das ist der jenige welche *g*

Und noch mehr Westdale.
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Als ich wieder erwache ist es
8:00 morgens. Krass, ich habe elf Stunden geschlafen! Aber ich
fühle mich einigermaßen erholt. Als erstens nehme ich eine
ausführliche Dusche. Ich rechne: In Deutschland ist es jetzt
14:00, Schatzi hat grade ihre Frühschicht beendet. Perfekter
Zeitpunkt für einen Anruf! Und tatsächlich, mein
Pappstück funktioniert prima und mein Schatzi freut sich sehr, was
von mir zu hören. Ich mich auch sie zu hören :D. Naja eine
ganze Weile unterhalten wir uns noch, bis ich sie schließlich ins
Bettchen schicke. Zeit, meinen Tag zu planen. Mein nächstes
dringendes Ziel: Kommunikation. Gut, Telefon habe ich zwar, aber
telefonieren ist nicht ganz billig. Internet muss her. Ich will 'nen
Newsletter verschicken. Eigentlich kann das ja nicht so schwer sein.
Ich erinnere mich noch gut, wie ich in New York in der NYPL und in
einer Shopping Mall kostenloses Internet hatte. Also her damit. Meine
erste Idee ist, es im Fachgebiet der Uni zu versuchen. Als erstes rufe
ich Dr. Kirubarajan an, mit dem ich bislang den allermeisten Kontakt
per e-mail hatte. Doch er ist nicht da (übrigens, er ist bis heute
nicht aufgetaucht. Seit den Blackouts hat ihn niemand mehr gesehen und
keiner weiß wo er ist. Auch keine Reaktion auf e-mail.). Also
versuche ich es bei Dr. Wong (der mir eigentlich als Supervisor
zugeteilt worden war, jedoch auf Mails nie geantwortet hat). Er ist da.
Ich erkläre ihm, wer ich bin. Er kennt mich nicht. Nein, er kann
mir nicht helfen, ich solle mich an Dr. Todd wenden. Doch bei dem bin
ich total falsch, der weiß garnix mit mir anzufangen. Hm, etwas
frustrierend muss ich zugeben. Ich komme hier an und keiner weiß
bescheid? Ich muss mich dringend in Deutschland melden. Ich will mit
Dr. Gershman reden (der hatte mich an die McMaster Universität
eingeladen, leider ist er noch in Deutschland in einem
Forschungsprojekt und deshalb nicht hier). Die Nummer habe ich
natürlich nicht dabei. Toll. Ich wollte sie ggf. im Internet
nachgucken. Grml. Auf meiner Platte ist sie auch. Nützt wenig. Ich
könnte Prof. Haardt (mein Prof. an der TU Ilmenau) fragen, der hat
sie. Doch auch dessen Nummer habe ich nicht. Und bei der Vermittlung
von der TU ist keiner mehr. Na cool. Plan 1 gescheitert.
Bevor ich zu Plan 2
übergehe brauche ich was zu essen. Ich habe nen Bärenhunger.
An der Rezeption von Mary Keyes frage ich ob es hier auf'm Campus
breakfast gibt. Ja, im student centre. Ich lasse mir für alle
Fälle nen Campus Plan geben, obwohl ich das student centre gestern
schon gefunden hatte. Dort angekommen strahlen mir die Mitarbeiter
einer Tim Hortons - Filiale entgegen. Die dort ausliegenden Donuts und
Muffins sehen verdammt lecker aus. Sowas will ich haben. Mutig stelle
ich mich an. Die Leute vor mir rasseln ihre Bestellung in einem
scheinbar jahrelang einstudierten Fluss runter. Und nein, hier bestellt
mein keinen Kaffee... darf's ein double double frappachino oder lieber
ein super chocolate moccachino decaf sein? Verdammt
eingeschüchtert stehe ich da und es ist mir fast schon peinlich,
als ich meinen einfachen "coffee, small" bestelle. Dazu lasse ich mir
einen chocolate dip, einen honey dip und einen double chocolate geben.
Das sind alles Donuts. Es gibt hier zahlreiche Sorten in allen
möglichen Variationen, mit Glasuren, Streuseln, hellem oder
dunklem Teig und vielem mehr. In der Halle des student centre nehme ich
mein Frühstück ein und schaue mich um. Heute herrscht
deutlich geschäftigeres Treiben, viele Leute laufen auf und ab.
Wow, die Donuts schmecken unverschämt gut. Verdammt fett, verdammt
süß, aber gut. Also an's Tim Hortons könnte ich mich
gewöhnen (das bislang einzige gute Futter was ich dort entdeckt
habe und auch das kann einem nach ner Weile zum Hals raushängen).
Nach dem Frühstück
nutze ich den Umstand, einmal im student centre zu sein, um am macocho
(s.o.) vorbeizuschauen. Mit Zettel und Stift bewaffnet notiere ich mir
Adressen und Telefonnummern. Die Straßen sagen mir wenig, also
frage ich nach einer Karte. Zu meiner Freude gibt man mir sogar zwei
sehr schöne Karten, einen etwa A3 großen
schwarz-weißen Plan mit einem Straßenverzeichnis und einen
Faltplan, der fast wie ein Stadtplan ist, dafür aber kein
Verzeichnis hat. Die Pläne studierend gehe ich in mein Zimmer
zurück. Zeit Internet-Plan 2 zu verfolgen: öffentliche
Bibliotheken. Ich weiß, die haben Internetzugänge. Ich frage
nach, ob es hier am Campus Bibliotheken gibt. Ja, gibt es: H.G. Thode
Library Of Science & Engineering und Mills Memorial Library. Und
Off-Campus? In Westdale sei eine, die Hamilton Public Library. Na das
klingt doch nach ner Menge Optionen. Doch naja, in H.G. Thode finde ich
zunächst nur PC's für die bibliotheksweite Recherche.
Vielversprechend weisen Schilder den Weg zu e-mail-PC's downstairs,
doch auch bei diesen habe ich kein Glück. Zugriff habe ich hier
nur auf das Mailsystem der Uni. Internet gibt es nur über einen
Proxy und dafür braucht man 'nen Account. In Mills Memorial sieht
es nicht besser aus, hier gibt es gar keine "e-mail-PC's". Also mache
ich mich auf den Weg nach Westdale. Es gibt zwar Busse da hin, aber da
es mir nicht weit zu sein scheint, ich die Gegend kennenlernen will und
keine Lust habe 2$ auszugeben, laufe ich. Nach 15 Minuten auf der
Sterling St. biege ich auf die King St. ein. Hier beginnt Westdale. Ein
sehr nettes kleines Viertel. Viele kleine Geschäfte drängen
sich an der Straße, viel Leben ist hier. Wohnen tut man
ausschließlich in Einfamilienhäusern, alle mit gepflegtem
Vorgarten und gebührendem Abstand. Ich frage mich zur Library
durch. Doch dort Enttäuschung: "due to an emergency, the library
is closed" weist ein Schild an der Eingangstür. Hmmm, wie lange
das wohl dauern wird? Und immernoch kein Internet.
Ich beschließe, mich
für den Rest des Tages um die Wohnungssuche zu kümmern. An
der Ecke sehe ich ein public pay phone von Bell. Ortsgespräche
sind ja kostenlos denke ich. Trotzdem muss ich einen Quarter (25 cents)
einwerfen, um hier telefonieren zu können. Eine meiner Nummern
verspricht eine Wohnung in Westdale, vielleicht kann ich mir die ja
gleich anschauen. Eine Lisa Schmitz meldet sich, freundliche Stimme,
schätze sie auf Anfang 30. Sie ist noch auf Arbeit, wir verabreden
uns für 7 p.m. Da das public payphone meinen Quarter
tatsächlich gefressen hat, beschließe ich, zurück zu
meinem Zimmer zu gehen und von dort weiter zu telefonieren. Ich mache
zwei weitere appointments aus: für dreiviertel vier in 154 Ward
Ave und danach in 1280 Main St. Viele weitere Nummern telefoniere ich
durch. Manche von ihnen sind nicht erreichbar, andere besetzt, bei
einigen höre ich eine Ansage von Bell die mir erklärt wie ich
das Telefon zu benutzen habe. Erst area code dann die Nummer meint sie.
Hm, hab ich doch gemacht. Komisch hier irgendwie. Die verbleibende
Stunde nutze ich um Sachen die ich benötige aus den Koffern zu
kramen, meine Tasse, mein Besteck... ich bräuchte mal ein paar
Lebensmittel, denke ich.
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Westdale village, ein paar typische
Häuser.
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