Die Obst- und Gemüseauslage bei
Fortinos. In Wirklichkeit viel größer als auf dem Bild! *g*
Das Paradies...
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Nunja, satt bin ich zwar aber
den liqueur store habe ich nun immer noch
nicht gefunden. Mir reicht's, ich frage
einen Passanten. Nein, nicht die Mutter mit zwei Kindern. Den jungen
Mann da. Ja, sagt er, Dundurn St. soll ich runtergehen, da kommt der
dann. Also laufe ich. Und ich laufe und laufe. Weiter als ich sollte
mit meinem wieder zunehmend schmerzenden Fuß (er war etwas besser
geworden, durch die Schonung am Donnerstag und die automatische
Kühlung in dem eiskalt klimatisierten Büro). Doch dann,
tatsächlich. Kaum traue ich meinen Augen. Wie eine Oase liegt er
da. Der Bierladen. Ein unauffälliges Haus. An ihm ein Schild. Beer
Store steht darauf. "Heaven... I'm in heaven... and my heart beats so
that I can hardly speak..."
geht es mir im Kopf herum als ich eintrete. Ein riesiges Regal. Von
jeder geführten Biersorte eine Flasche bzw. Dose. Und meiiine
Herren haben die hier viele Sorten. Ich entdecke ne ganze Menge
deutsche Biere. Becks. Holsten. Heineken. König Pilsener. Daneben
viele amerikanische und kanadische Sorten. Ich erkenne mein Molson
Lager wieder (Canadian). Ich denke, das werde ich nehmen. Eine lange
Schlange zieht sich durch den Laden. Brav stelle ich mich ganz hinten
an. Zum
Glück habe ich meinen Pass dabei, denn von Leuten unter 25 wollen
sie generell eine ID sehen. Drüber auch, auf Verlangen halt.
Erlaubt ist Bier ab 18 oder 19. Kurz bevor ich dran bin, checke ich
mein
Geld. Oh, verdammt ich habe kaum mehr Bargeld. Na, man wird ja wohl mit
Kreditkarte bezahlen können, wie überall hier. Ich schaue zur
Tür, suche das Mastercard-Logo. Ich kann es nicht finden. Als ich
an der Reihe bin, frage ich. Cash only, so die Antwort.... Grrrrrrrr,
das
kann doch nicht wahr sein, jetzt war ich so nahe dran!
Aber naja, so
schnell gebe ich nicht auf. Suchen wir uns halt 'ne Bank. Die
nächste Bank ist bei Fortinos. Also den ganzen Weg zurück.
Endlich dort angekommen haste ich zum Geldautomaten. Karte rein, Pin,
Receipt entnehmen, Karte entnehmen, und? Jetzt kommt üblicherweise
der Teil mit dem Geld. Doch dieser Automat spuckt kein Geld aus. Ich
schaue auf das Receipt: "Unable to process - transfer rejected", lese
ich
da. Oh man, langsam bin ich echt satt mit diesem Land. Ihr wollt mir
einfach kein Bier geben, was? Aber da kennt ihr mich schlecht, so
schnell gebe ich mich nicht geschlagen! Am Bankschalter frage ich, ob
sie irgendwas für mich tun können, rausfinden können,
warum der böse Automat mir kein Geld geben will. Aber die
freundliche
Dame
hinter dem Schalter kann da auch nichts machen. Das Einzige was sie mir
raten kann, ist, es bei einer anderen Bank zu versuchen. In der Hess
St. soll es eine Royal Bank geben, ich soll es da versuchen. Als ich
aus der Bank rausgehe, finde ich meine Hamilton-Straßenkarte
nicht mehr. Ich durchsuche
alles, sie ist nicht da. Als ich rein bin, hatte ich sie noch in der
Hand. Ich muss sie irgendwo abgelegt haben. Aber in der Bank ist sie
nirgends zu finden. Nach einer Weile suchen verbuche ich die Karte
unter Verluste. Ein weiterer Stoplerstein. Aber mich haltet ihr so
leicht nicht auf, ooooh nein. Ich weiß, wo die Hess St. ist,
harharhar.
King St. runter
Richtung downtown. Und so stapfe ich mutig vorwärts. Sengende
Sonne, tausende von Autos auf der hier vierspurigen King St. Mein
Fuß tut wieder ziemlich weh. Der Rucksack mit den Einkäufen
wird immer schwerer. Aber ich bin nunmal ein Sturkopf. Und für
heute habe ich mir Bier in den Kopf gesetzt. Nach einer Weile kreuze
ich die Hess St. Tja, links oder rechts, das ist die Frage? Ich
entscheide mich für rechts. Nach einer halben Ewigkeit, als ich
fast schon jemanden gefragt hätte, die Filiale der Royal Bank. Und
tatsächlich, hier kann ich endlich Bargeld ziehen. Hahaaaa, das
hätten
wir!
Ich habe einen
guten Ortssinn. Das weiß ich. Also entscheide ich mich für
eine gewagte Abkürzung durch mir völlig ungekanntes Gebiet.
Aber die Straßen sind hier so rechtwinklig, dass man sich kaum
verlaufen kann. Und zurück auf die King St. wäre wirklich ein
großer Umweg. Nicht nur, dass ich das meinem Fuß nicht
antun will, vor allem fürchte ich, der Beer Store könnte
geschlossen haben, wenn ich zurück bin. Die Abkürzung
funktioniert. Kurz vor Ladenschluss stehe ich an der Theke. Ich ordere
12 Flaschen Canadian und kann es kaum fassen als ich sie
tatsächlich in
den Händen halte. Eine unscheinbare Pappbox. Weiß mit roter
und blauer
Schrift. Canadian. Molsen Lager. Und das obligatorische Ahornblatt.
Geschafft, ich habe es geschafft. Jetzt bin ich wirklich stolz auf
mich. Es mag nur Bier sein, aber es war schwierig! (Um Hamilton
gerechet zu werden, sollte ich erwähnen, dass ich mittlerweile
weitere
liqueur stores gefunden habe. Zwei weitere Beer stores und zwei
Filialen von LCBO. Im LCBO findet man wirklich so ziemlich alle Formen
von Alkohol. Bier, Wein, Sekt, Schnaps, Whisk(e)y, Gin, Brandy, Grappa
und viele weitere. Leider ist Wein trinken hier ziemlich teuer. Unter 6
$ (4 €) bekommt man absolut keinen Wein, naja vielleicht im Tetrapack.
Ich habe einen leckeren MdA für 6,15 $ entdeckt (im Sale bis Mitte
September), den ich jetzt trinke, obschon der gleiche Wein in
Deutschland 2,29 € kostet. Aber immerhin.) Nungut, für den
Rückweg
nehme ich mal wieder einen Bus, immerhin bin ich ja ganz schön
schwer
bepackt. Hier ist zwar kein halber Liter in den Flaschen, sondern
355ml, aber 12 Glasflaschen haben trotzdem ihr Gewicht.
Auf dem Rückweg streiche
ich 'Bierquelle finden' von meiner ToDo-Liste.
Der nächste dringende Eintrag, immer noch enthalten: Internet!
Hmm,
dazu bräuchte ich erstmal ein Telefon. Als ich zurück bin,
ist Grace
zu Hause. Ich frage sie aus, wie das hier mit Telefon, Kabel, DSL und
Fernsehen allem funktioniert. Sie hat noch ein Telefon da. Der Account
ist allerdings gekündigt. Interessanterweise bekommt man trotzdem
ein
Freizeichen wenn man abhebt. Wählt man dann allerdings eine
Nummer, so
ertönt ein Automat, der einem mitteilt, man möge doch vorerst
bei Bell
einen Account einrichten. Man hat hier sowieso keine Wahl, einen
anderen Telefonanbieter zu nehmen, also warum nicht Bell. Als ich
jedoch die Bellnummer wähle, ist dort leider keiner mehr. Es ist
schon
zu spät. Morgen früh könne ich es noch einmal versuchen,
rät mir der
Automat.
Den Rest des Tages verbringe
ich in meinem Office mit Forschen und im
Anschluss daran mit dem Zelebrieren meines Bieres. Es tut verdammt gut.
Und dann, schließlich, die erste Nacht im neuen Domizil.
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Meine Beute :D
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